Die Staatsanwaltschaft von Singapur hat am Montag Anklage gegen vier Unternehmen und eine Einzelperson im Rahmen einer weitreichenden internationalen Untersuchung zum angeblichen Schmuggel fortschrittlicher Nvidia-KI-Chips nach China erhoben. Dies markiert eine deutliche Eskalation in einem der bekanntesten Fälle möglicher US-Exportkontrollverstöße.
Die Unternehmen — Aperia International, A-Speed Infotech, Aperia Cloud Services (II), gemeinsam als Aperia Group bekannt, und Luxuriate Your Life — müssen sich wegen falscher Angaben verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sich als Endnutzer von Enterprise-Servern von Dell, Super Micro Computer und Asus ausgegeben zu haben, obwohl die Hardware tatsächlich zur Wiederausfuhr nach China über Malaysia bestimmt war.
Die Behörden haben eine Villa im Wert von etwa 55 Millionen Singapur-Dollar und Bankkonten in Höhe von etwa 1 Million US-Dollar beschlagnahmt.
DeepSeek-Verbindung
Der Fall erregt internationale Aufmerksamkeit wegen seiner Verbindungen zu DeepSeek, dem chinesischen KI-Startup, dessen Markteinführung eines leistungsstarken Chatbots im Januar 2025 etwa eine Billion US-Dollar von US-Technologieaktien auslöschte. US-Behörden untersuchen, ob DeepSeek Nvidias fortschrittlichste Chips über Zwischenhändler in Singapur bezogen hat und damit die seit 2022 geltenden Exportkontrollen umging.
Das angebliche Schema lief nach Gerichtsakten von November 2023 bis Februar 2025. Server von US-Firmen wurden an Unternehmen in Singapur versandt, bevor sie nach Malaysia exportiert wurden. Voruntersuchungen deuten darauf hin, dass die Server höchstwahrscheinlich Güter enthielten, die US-Exportkontrollen unterliegen.
Angeklagte Personen
Drei Personen wurden erstmals im Februar 2025 angeklagt. Das Netz hat sich seither erweitert: Aperia Group CEO Alan Wei Zhaolun (50) sieht sich zusätzlichen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen gegenüber. CFO Jenny Lim (51) und Vertriebsleiter Aaron Woon Guo Jie (41) wurden bereits zuvor angeklagt. Luxuriate Your Life Controller Li Ming (52) muss sich wegen Betrugs und betrügerischen Handels verantworten.
Die Polizei von Singapur erklärte, sie verfolge eine "Null-Toleranz-Haltung" gegenüber solchen Straftaten.
Der Fall unterstreicht den geopolitischen Kampf um den Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern. Nvidias leistungsstärkste KI-Chips, die für das Training modernster Sprachmodelle unerlässlich sind, dürfen aufgrund US-Exportkontrollen nicht direkt nach China verkauft werden. Singapur hat sich als wichtiges Transitdrehkreuz in der komplexen globalen Lieferkette für diese Komponenten etabliert.
Quellen
- straitstimes.comStraits Times — Nvidia chips case: 4 firms charged with false representation
- reuters.comReuters — Singapore police say AI chip fraud suspects face additional charges
- thediplomat.comThe Diplomat — Singaporean Police Seize $42M Bungalow in Nvidia Chip Smuggling Probe
- bbc.comBBC — Singapore seizes $42m mansion over Nvidia chip smuggling
- theinformation.comThe Information — Singapore Files New Charges in Nvidia Chip Fraud Case




