Samsungs Mobilsparte fährt zurück. Nach einem Bericht der südkoreanischen Wirtschaftszeitung Money Today, auf den sich heise online beruft, hat Samsungs Mobile-eXperience-Sparte (MX) ihre Zulieferer aufgefordert, die Liefermengen für das vierte Quartal um 20 bis 30 Prozent zu reduzieren; die Produktionskürzung könnte die gesamte Smartphone-Produktion um bis zu 30 Prozent unter die bisherigen Erwartungen drücken. Statt der bis zu 270 Millionen Einheiten, die Samsung in diesem Jahr dank des Erfolgs des Galaxy Z Fold 8 anstrebte, deutet sich nun ein Volumen von gut 200 Millionen an.
Der Grund ist dieselbe Speicherknappheit, die PC- und Handymarkt das ganze Jahr prägt. Während KI-Rechenzentren DRAM- und NAND-Kapazitäten absorbieren, steigen die Preise. Heise nennt TrendForce-Daten: 12 GByte LPDDR5X-DRAM überschritten im zweiten Quartal die Marke von 145 US-Dollar — ein Plus von 175 Prozent zum Vorjahr —, für das dritte Quartal wird ein weiterer Anstieg um rund 20 Prozent auf bis zu 180 Dollar erwartet. Für ein Unternehmen, das Speicher zu diesen Preisen einkaufen und fertige Telefone verkaufen muss, ist die Marge verschwunden. Eine Branchenquelle sagte gegenüber Money Today, Samsungs Handys „werfen derzeit beim Verkauf überhaupt keinen Gewinn ab"; die Produktionskürzung solle das Gewinnniveau des Gesamtkonzerns halten.
Getragen wird dieses Konzernergebnis von der anderen Seite Samsungs: dem Speicherchip-Geschäft. Samsung hat bereits vorläufige Rekordzahlen für das dritte Quartal vorgelegt — der operative Gewinn stieg im Jahresvergleich auf rund 107,4 Billionen Won (etwa 72 Milliarden Euro). Für die MX-Sparte schätzt ein Wertpapierhaus dagegen einen operativen Verlust von 1,9 Billionen Won (rund 1,3 Milliarden Euro).
Die Not ist branchenweit. Apple und Google haben die Preise erhöht, Samsung selbst hat die Galaxy-S26-Modelle in den vergangenen Tagen um mindestens 100 Euro verteuert; kleine Hersteller leiden am stärksten. Micron, der drittgrößte Speicherhersteller der Welt, erwartet keine Entspannung im kommenden Jahr — das Kostenproblem des Handymarkts dürfte also bis 2027 bestehen bleiben.




