Vernetzte Schlösser brauchen Strom – und je mehr sie tun, desto mehr: Wer den Riegel nicht nur freigibt, sondern selbst bewegt, braucht deutlich mehr Energie. Die Folge ist eine bekannte Sorge: ein leerer Akku bei Kälte und ein Bewohner, der vor der eigenen Tür steht. Amazons Marke Ring hält eine Handkurbel für die Antwort. Ihr erstes vernetztes Riegelschloss, das Anfang 2027 in den USA für 250 US-Dollar erscheinen soll, hat keinen physischen Schlüssel, aber einen Drehknauf. Wird er gedreht, erzeugt ein kleiner Dynamo so viel Strom, dass der Akku für die Eingabe eines Zugangscodes und das Öffnen der Tür reicht.

'Das Schloss muss jedes Mal funktionieren, und bisher konnte ein leerer Akku bedeuten, dass man aus dem eigenen Zuhause ausgesperrt ist', sagte Ring-Gründer Jamie Siminoff und beschrieb das Design als Angriff auf die 'Smart-Lock-Angst'. Ist der Akku geladen, lässt sich das Schloss auch per Fingerabdruck, App oder Amazons Assistent Alexa öffnen. Die Funkanbindung läuft über Amazon Sidewalk, Amazons reichweitenstarkes Niedrigenergie-Netz auf LoRa-Basis, das pro Nachricht bis zu 256 Byte überträgt.

Zum Schloss kündigt Ring fünf neue Kameras an, die bereits vorbestellt werden können: eine Outdoor Camera 4K Plus, eine akkubetriebene Spotlight Camera 4K Plus, eine Floodlight Camera 4K Plus, eine Indoor Camera 4K mit physischer Privatsphäre-Abdeckung sowie eine 2K-Pan-Tilt-Indoor-Kamera, die sich um 360 Grad dreht und Bewegungen im Raum verfolgt. Die kinetische Idee ist nicht neu – professionelle Zutrittssysteme nutzen batterielose Schlösser, die von der Drehung eines Schlüssels angetrieben werden –, aber in einem 250-Dollar-Schloss für Privatkunden ist sie es.