Die durchschnittliche Meerestemperatur der Weltmeere außerhalb der Polarregionen erreichte am 22. August 21,1 °C (69,98 °F) und stellte damit einen neuen Allzeitrekord auf, wie Daten des Europäischen Kopernikus-Klimadienstes zeigen. Die Zahl übertrifft den bisherigen Tagesrekord von 21,09 °C vom März 2024 und fällt mit einem sich verstärkenden El-Niño-Ereignis zusammen, das die Pazifische Ozeantemperatur auf noch nie dagewesene Werte treibt.

Klimawissenschaftler sagten, der Rekord werde durch eine Kombination aus einem starken El-Niño-Ereignis — das den zentralen und östlichen tropischen Pazifik erwärmt — und dem langfristigen Trend der Ozenerwärmung durch Treibhausgasemissionen angetrieben. Mehrere Forscher merkten an, dass August 2026 der wärmste Monat war, der jemals für Pazifische Meerestemperaturen aufgezeichnet wurde.

Der Rekord hat erhebliche Auswirkungen auf Wettermuster weltweit. Super-El-Niño-Ereignisse waren in der Vergangenheit mit Dürre in Südostasien und Australien, Überschwemmungen in Südamerika und überdurchschnittlichem Hurricane-Aktivitätsniveau im Atlantik verbunden. Die Weltorganisation für Meteorologie hat gewarnt, dass das aktuelle Ereignis bis Ende 2026 zu einem Super-El-Niño verstärkt werden könnte.

Ozean-Hitzewellen — verlängerte Phasen anomal warmer Meerestemperaturen — haben ebenfalls zugenommen, wobei Meereswissenschaftler weit verbreitete Korallenbleich-Ereignisse im tropischen Pazifik und im Indischen Ozean meldeten. Die Rekorde unterstreichen das beschleunigte Tempo der Ozeanerwärmung: Die Meerestemperatur ist seit den 1980er Jahren um etwa 1 °C gestiegen.