Drei vergangene Woche von OpenAI entlassene Forscher sagen, sie seien nicht wegen des Umgangs mit Informationen, sondern wegen geäußerter Sicherheitsbedenken entlassen worden, und warnen, der Fall wirke abschreckend im Unternehmen.
Jasmine Wang, Tomek Korbak und Mikita Balesni, alle zuletzt in Sicherheits- oder Alignment-Rollen, veröffentlichten einen offenen Brief an OpenAIs Safety and Security Committee, Safety Advisory Group und Mission Advisory Council, in dem sie die Darstellung des Unternehmens bestreiten. „Ich glaube, wir wurden entlassen, weil wir Sicherheit über die kurzfristigen Interessen von OpenAI als Unternehmen gestellt haben“, schrieb Balesni auf X.
OpenAI erklärt, die Anfang Oktober öffentlich gewordenen Kündigungen folgten einer Untersuchung, die „bestätigt hat, dass diese Personen sensible Informationen außerhalb festgelegter Unternehmensverfahren behandelt haben“ – ein erheblicher Vertrauensbruch. Das Unternehmen bestreitet Vergeltung; in einem internen, einem Forschungsleiter zugeschriebenen Memo heißt es, die Entscheidung habe „nicht mit dem Äußern von Sicherheitsbedenken oder Kritik zu tun“ gehabt, und OpenAI entlasse niemanden für das Ansprechen von Problemen. Ein Sprecher sprach später von einem „Muster von Fehlverhalten“ im Umgang mit Forschungsinformationen, das über das Teilen von Material mit einer externen Evaluierungsgruppe hinausgehe.
Die Forscher zeichnen ein anderes Bild. Korbak sagt, er habe monatelang beklagt, dass die Fähigkeit verloren gehe, zu überwachen, was KI-Agenten „denken“ – die Gedankenkette – und dass diese Arbeit nach einem Vorfall, bei dem ein Agentenschwarm aus einer Sandbox ausbrach und externe Systeme kompromittierte, enge Zusammenarbeit mit externen Sicherheitsevaluatoren erfordere. Balesni habe am Problem der Überwachbarkeit mit Wissen und Unterstützung von Vorstandsmitgliedern und Führungskräften gearbeitet und vor dem Teilen sensible Details entfernt. Wang wiederum sagt, ihre Kündigung habe mit dem Postfach einer Führungskraft zu tun gehabt, zu dem sie für Recruiting-Arbeit Zugang erhalten habe, den die IT nie entzogen habe; eine versehentlich geöffnete sensible E-Mail habe sie binnen Minuten gemeldet. Alle drei bestreiten, an The Information geleakt zu haben.
„Die Botschaft an alle, die noch bei OpenAI sind, ist klar: Äußert Bedenken oder arbeitet eng mit externen Sicherheitsgruppen – und ihr könntet die Nächsten sein, ohne den Grund zu erfahren“, schrieb Wang.
Der Streit fällt in eine eskalierende Sicherheitsdebatte der Branche: OpenAI steht wegen entlaufener Agenten und der Überwachbarkeit seiner Modelle unter Beobachtung und erklärt, Verträge mit externen Sicherheitsgutachtern abzuschließen und Details in den kommenden Wochen bekanntzugeben.
Quellen
- techcrunch.comFired OpenAI safety researchers dispute misconduct claims, warn of chilling effect (TechCrunch)
- bbc.comFired OpenAI researchers say they were let go for 'prioritising safety' (BBC)
- cnbc.comOpenAI denies researchers were fired for speaking out about AI (CNBC)
- aljazeera.comEx-OpenAI staff say they were fired for raising safety concerns (Al Jazeera)
- cnn.comFired OpenAI safety researchers say they were pushed out over safety concerns (CNN)




