Nvidia verhandelt in einem frühen Stadium darüber, seine Beteiligung an Reflection AI auszuweiten oder den Entwickler von Open-Weight-Modellen vollständig zu übernehmen. Das berichtete die Financial Times am Samstag unter Berufung auf Personen mit direkter Kenntnis der Gespräche; Reuters griff den Bericht auf. Reflection wollte sich nicht äußern, Nvidia antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage.

Laut FT sind mehrere Konstruktionen denkbar, darunter ein sogenanntes Acqui-hire, bei dem Nvidia Mitarbeiter übernimmt und Technologie lizenziert, statt das Unternehmen zu kaufen – eine Struktur, die eine langwierige Regulierungsprüfung möglicherweise vermeidet. Eine Einigung könnte laut Bericht innerhalb von Wochen erzielt werden, die Gespräche könnten aber auch scheitern.

Nvidia ist bereits einer der größten Geldgeber des Start-ups und hat 800 Millionen Dollar investiert. Reflection wurde 2024 von den ehemaligen DeepMind-Forschern Misha Laskin und Ioannis Antonoglou gegründet und entwickelt Werkzeuge zur Automatisierung der Softwareentwicklung – einer der am schnellsten wachsenden Anwendungsbereiche von KI. Laskin sagte im April gegenüber CNBC, das Unternehmen sammle frisches Kapital bei einer Pre-Money-Bewertung von 25 Milliarden Dollar ein.

Anfang Oktober stellte Reflection mit Beam ein Open-Weight-Modell mit 501 Milliarden Parametern für Coding- und Agenten-Aufgaben vor und positionierte es gegen kostengünstigere chinesische Open-Weight-Modelle. Für Nvidia, dessen Kerngeschäft der Verkauf von KI-Hardware ist, hilft die Unterstützung offener Modelle, die Softwareschicht über den eigenen Chips zu commodifizieren – ein Anreiz, der bereits eine Reihe von Investitionen entlang des KI-Stacks ausgelöst hat.