New Jerseys Generalstaatsanwältin Jennifer Davenport hat am 4. August eine Kartellklage gegen Amazon angekündigt: Der E-Commerce-Riese missbrauche seine Macht über die unabhängigen Zustellunternehmen, die seine Pakete ausliefern. Die Klage wirft vor, dass das "Delivery Service Partner" (DSP)-Modell es Amazon erlaube, Bedingungen zu diktieren, die Fahrerlöhne drücken, den Wechsel von Fahrern zwischen Unternehmen beschränken und Organisierung – einschließlich Vergeltung gegen Gewerkschaftsorganisatoren – erschweren. Der Bundesstaat argumentiert, dies verringere den Wettbewerb um Arbeitskräfte und festige Amazons Dominanz zum Schaden von Fahrern und Öffentlichkeit. Amazon hat sich zu der Klage noch nicht öffentlich geäußert. Sie reiht sich in eine wachsende Welle staatlicher und bundesweiter Prüfungen des Logistiknetzwerks ein, darunter frühere Vorwürfe zur Einstufung von Zustellkräften. Der Fall überträgt die Gig-Economy-Debatte ins Kartellrecht: Wenn ein Konzern Verträge, Löhne und Plattformen einer ganzen Belegschaft kontrolliert – hat das Wettbewerbsrecht ein Mittel dagegen?
Quellen
- cnbc.comNJ files antitrust suit against Amazon, alleging it unlawfully wielded power over delivery contractors (CNBC)
- nbcnews.comNew Jersey sues Amazon alleging poor driver pay and delivery practices (NBC News)
- engadget.comNJ antitrust suit accuses Amazon of unlawfully wielding power over delivery contractors (Engadget)




