Microsoft verwendet das 2024 mit großem Aufwand eingeführte Label "Copilot+ PC" nicht mehr, berichtet The Verge – eine stille Beerdigung eines der größten Hardware-Marketingvorstöße des Unternehmens in diesem Jahrzehnt.

Die Surface-Generation 2026 kommt ohne die Kennzeichnung, obwohl die Geräte die selbst gesetzte Hürde weiter erfüllen. Microsofts Copilot+-Anforderungen – eine NPU mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde, mindestens 16 GB RAM und 256 GB Speicher – waren nie eine Produktlinie, sondern ein Tor: Die lokalen KI-Funktionen von Windows 11, von Live-Übersetzung bis Recall und "Click to Do", schalten sich nur auf Hardware frei, die sie erfüllt. Diese Funktionen gibt es weiterhin, die neuen Surfaces qualifizieren sich offenbar weiterhin – nur der Aufkleber ist weg.

Die Auslassung beschränkt sich nicht auf Microsofts eigene Hardware. Berichte zum Launch merken an, dass auch NVIDIAs neue RTX-Spark-PCs die NPU-Schwelle erreichen, aber ohne Copilot+-Branding erscheinen. Das Label scheint also eher im gesamten Ökosystem zu verschwinden als aus einer einzelnen Produktfamilie.

Das passt in ein Muster. Copilot+ PC wurde im Mai 2024 als Dach für eine neue Laptop-Generation mit Recall als Flaggschiff-Funktion vorgestellt – ein Start, der sofort in eine Sicherheitsdebatte mündete und Microsoft zu einer langen Überarbeitung zwang. Zwei Jahre später ist die Idee weitgehend im generischen "AI PC" aufgegangen, den jeder Hersteller ohne Qualifikationssiegel nutzt; Microsofts Copilot-Marke hat sich derweil über Windows, Office, Edge und GitHub verbreitet, wo sie deutlich unschärfer ist als 2024.

Für Käufer ändert sich die praktische Lehre nicht – sie wird eher klarer: Der Marketingname auf dem Deckel ist keine Spezifikation. Ob ein Windows-Gerät lokale KI-Funktionen ausführen kann, entscheiden NPU-Leistung, Speicher und SSD – schauen Sie ins Datenblatt, nicht auf den Aufkleber.