Micron hat sein Geschäftsjahr 2026 mit einem Quartal abgeschlossen, das für sich genommen das gesamte Vorjahr übertraf. Der Umsatz der drei Monate bis zum 3. September lag laut den Unternehmenszahlen bei 54,23 Milliarden Dollar — 31 Prozent mehr als im Vorquartal und rund 379 Prozent mehr als die 11,32 Milliarden Dollar des Vorjahreszeitraums. Die Bruttomarge erreichte 86,8 Prozent, der Nettogewinn lag bei 37,7 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr erlöste Micron 133,19 Milliarden Dollar nach 37,38 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Die Zahlen sind die bislang deutlichste finanzielle Beschreibung der KI-getriebenen Speicherknappheit. CEO Sanjay Mehrotra zufolge stiegen die DRAM-Preise im Quartal im „hohen Zehner-Prozentbereich", NAND-Flash für SSDs sogar um rund 30 Prozent. Das Consumer- und Client-Segment, das Speicher für Smartphones, Notebooks und Desktop-PCs liefert, ist mit 90 Prozent Bruttomarge inzwischen die profitabelste Sparte.
Bedeutsamer ist der Ausblick. 75 Prozent der Produktion des Kalenderjahres 2027 seien bereits Kunden zugeordnet, Gespräche über Kapazitäten für 2028 liefen, sagte Mehrotra; Angebot und Nachfrage bei Speicher und Storage würden 2027 und 2028 „deutlich angespannter" sein als 2026. Er sprach von einer „strukturellen Lücke zwischen dem Wachstum des DRAM-Angebots und der Nachfrage" und schloss sich damit dem Weltmarktführer Samsung an. Zusätzliche Fabriken, so Mehrotra, würden die Lücke auch 2028 nicht schließen.
Für das laufende Quartal stellte Micron rund 61,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, plus oder minus 1,5 Milliarden. Die Aktie bewegte sich nach der Vorlage kaum — ein Zeichen, dass Anleger den Boom bereits eingepreist haben.
Quellen
- heise.deheise online: Micron – Speicher wird 2027 noch knapper als 2026
- investors.micron.comMicron Technology, Inc. Reports Record Fiscal Fourth-Quarter and Full-Year 2026 Results
- investing.comInvesting.com: Micron Q4 2026 slides – record $54B revenue, tight supply outlook
- thestreet.comTheStreet: Micron Q4 2026 earnings call recap




