Die Speicherknappheit, die vom KI-Ausbau ausgelöst wurde, erreicht die Ladenregale. DDR5-Preise in Deutschland sind binnen eines Jahres um 414 Prozent gestiegen, und Speicher macht inzwischen bis zur Hälfte der Teilekosten eines günstigen Android-Telefons aus – gegenüber etwa 15 Prozent vor der Knappheit.

Google hat den Preis des Pixel 10a um 100 Dollar auf 599 Dollar erhöht, sieben Monate nach Marktstart und ohne Änderung am Gerät. Die 128-GB-Version kostet nun 599 Dollar, die 256-GB-Version 699 Dollar. Das Unternehmen hat den Grund selbst benannt: Ein Vizepräsident sagte im Juli, RAM sei von 2,80 Dollar pro Gigabyte auf 12 Dollar gestiegen.

Es ist nicht nur Google. Apple hat die Preise für ältere iPhones erhöht, die bereits im Handel sind, und Samsung hob die Preise der meisten Galaxy-S26-Modelle um 100 Dollar an. Die Praxis greift von neuen Produkten auf Lagerware über.

Nokia-Chef Justin Hotard nennt Speicher und Energie als die beiden Engpässe, die den Ausbau von Rechenzentren bremsen; ohne sie, so Hotard, würde die Branche doppelt so schnell bauen. Ökonomen rechnen mit einem Preisschub bei Smartphones, weil HBM-Speicher Kapazität der normalen DRAM-Produktion bindet.

Google reagiert auch auf der Designseite: Das Pixel 11 Pro fiel in der 256-GB-Variante von 16 GB auf 12 GB RAM zurück. Micron, einer der größten Hersteller, warnte nach einem Rekordquartal, die Knappheit werde 2027 und 2028 eher schlimmer; neue Fabriken gingen erst ab 2028 in Betrieb. Für Käufer heißt das: Die nächste Telefongeneration dürfte teurer werden – mitunter ohne mehr Speicher.