Butterfly Effect, die Muttergesellschaft des KI-Agenten-Start-ups Manus, hat nach eigenen Angaben eine Finanzierungsrunde über mehr als 500 Millionen Dollar abgeschlossen – die erste seit dem von chinesischen Regulierern erzwungenen Ende der Meta-Übernahme.

Nach Angaben des chinesischen Wirtschaftsmediums Yicai wurde die Runde von Boyu Capital und IDG Capital gemeinsam angeführt; auch die Bestandsinvestoren Tencent, HSG (früher Sequoia China) und ZhenFund beteiligten sich. Eine Bewertung oder Verwendung des Kapitals nannte das Unternehmen nicht. Bloomberg hatte im September berichtet, Manus stehe kurz davor, 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von rund vier Milliarden Dollar einzusammeln – etwa das Doppelte der mehr als zwei Milliarden Dollar, die Meta zugesagt hatte.

Der Weg dahin war verschlungen. Meta kaufte Manus im Dezember 2025, nachdem das Start-up seinen Hauptsitz und Schlüsselpersonal von China nach Singapur verlegt hatte. Am 27. April 2026 verbot ein Prüfamt der chinesischen Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission die Übernahme und ordnete deren Rückabwicklung an. Meta begann, sich von Manus zu trennen, und kappte im Juni die Verbindung zu internen Datensystemen; frühe Investoren wollten das Unternehmen zur Bewertung von zwei Milliarden Dollar zurückkaufen. Im August kündigte Manus an, wieder unabhängig zu operieren, und löschte Nutzerdaten, die am oder nach dem 29. Dezember 2025 entstanden waren.

Manus entwickelt universell einsetzbare KI-Agenten – Software, die Recherche- und Automatisierungsaufgaben mit minimalem menschlichen Eingriff erledigt. Das frische Kapital unterstreicht, dass die Agenten-Kategorie auch unter geopolitischen Eingriffen zu den am stärksten finanzierten Feldern des KI-Markts gehört. Offen bleibt die Frage, die ein Analyst so formulierte: ob das Unternehmen Skalierung statt nur Bewertung beweisen kann – Agentenprodukte sind beliebt, aber teuer im Betrieb, und der Wettbewerb großer Labore verschärft sich.