Physics World berichtet, dass tiefe Wolken Windparks effizienter machen könnten, weil sie das Windverhalten nahe dem Boden verändern – und damit die Leistung, die Turbinen entnehmen können.

Windparks hängen an Details. Die verfügbare Leistung einer Turbine skaliert mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit; eine kleine Änderung des Windprofils in Nabenhöhe bedeutet also eine spürbare Änderung der Erzeugung. Turbinen bremsen außerdem die Luft hinter sich ab und erzeugen Nachläufe, die nachfolgenden Anlagen Energie entziehen. Wie schnell sich diese Nachläufe durchmischen und erholen, hängt von der Turbulenz in der atmosphärischen Grenzschicht ab.

Tiefe Wolken sitzen direkt auf dieser Grenzschicht. Indem sie Wärme abstrahlen und Temperatur sowie Feuchte nahe der Oberfläche verändern, können sie die Stabilität der Luft – also deren vertikale Durchmischung – und damit Windscherung und Turbulenz beeinflussen, die Turbinen erfahren. Ein besseres Verständnis dieser Kopplung ist für die Vorhersage wertvoll, denn Netzbetreiber müssen nicht nur den mittleren Wind von morgen kennen, sondern wie viel Leistung ein bestimmter Park Stunde für Stunde liefert.

Die Forschung bedeutet nicht, dass Wolken eine kostenlose Energiequelle sind, und die Effekte dürften standort- und jahreszeitabhängig sein. Der praktische Nutzen ist enger und nützlicher: Berücksichtigen Vorhersagemodelle die Bewölkung und ihre Wirkung auf die Grenzschicht, können sie die Erzeugung eines Parks genauer prognostizieren, Turbinen- und Parkdesign verbessern und die Kosten der Regelreserve senken, die bei verfehlten Windprognosen nötig ist.

Da Wind einen wachsenden Anteil der Stromversorgung liefert, ist diese Genauigkeit bares Geld wert – die Ökonomie der Erneuerbaren hängt zunehmend weniger davon ab, mehr Turbinen zu bauen, als vielmehr davon, die stehenden vorhersehbarer zu nutzen.