Einem Bericht des Technikmagazins Golem zufolge verlangt das Linux-Kernel-Projekt von Beitragenden nicht länger, Code zu kennzeichnen, der mit Hilfe von KI-Assistenten entstanden ist. Die Konvention — festgehalten als `Assisted-by:`-Trailer in der Commit-Nachricht eines Patches — war mehr als ein Jahr lang in der Kernel-Community umstritten.
Der Trailer entstand aus einer einfachen Frage: Wenn ein Teil eines Patches mit einem großen Sprachmodell erzeugt wurde, sollte die Maintainerin, die ihn prüft, das wissen? Befürworter sahen darin eine Frage der Herkunft. Die Kernel-Entwicklung hält seit jeher fest, woher Code stammt: Eine Sign-off-Zeile bestätigt, dass ein Beitragender das Recht hat, den Code einzureichen, und `Co-developed-by`-Trailer halten fest, wer die Arbeit gemacht hat. Diese Aufzeichnung auf KI-Unterstützung auszuweiten, erschien manchen Maintainern als der konsequente Schritt.
Andere waren skeptisch. Ein Trailer ist nur so vertrauenswürdig wie die Person, die ihn schreibt, und es gibt keine verlässliche Möglichkeit, einem Patch anzusehen, ob eine Maschine beteiligt war. Eine Offenlegungspflicht für einzelne Beiträge, während dieselben Werkzeuge in jedem Editor stecken, erzeuge am Ende einen Trailer, der genau dann fehlt, wenn jemand ihn vergessen hat oder lieber schweigt — schlimmer als gar keine Konvention.
Unberührt bleibt das Developer's Certificate of Origin, jene Sign-off-Zeile, mit der Beitragende bestätigen, dass sie den Code einreichen dürfen. Der Streit drehte sich um die Offenlegung von KI-Unterstützung, nicht um Lizenz- oder Haftungsfragen. Wer die Regeln vollständig nachlesen will, sollte in der Kernel-Dokumentation `submitting-patches` nachsehen; sie bleibt die maßgebliche Aussage darüber, was ein Patch enthalten muss. Der Golem-Bericht ist unsere Quelle und eine Zusammenfassung aus zweiter Hand.




