Lightspeed Venture Partners sammelt Geld für einen neuen Indien-Fonds, der um eine einzige These herum gebaut ist: dass KI in Indien mehr Wert schaffen wird als das Internet. Die Silicon-Valley-Firma peilt 250 Millionen Dollar für Lightspeed India Partners V an und hat laut einem am Donnerstag an Investoren verschickten, TechCrunch vorliegenden Brief bereits Zusagen für rund 80 Prozent der Summe.

Das neue Vehikel ist halb so groß wie der 500 Millionen Dollar schwere Vorgänger von 2022 und auf schnelleren Einsatz ausgelegt: eine Anlageperiode von etwa zweieinhalb Jahren, wobei Lightspeed innerhalb von zwei Monaten mit Investitionen beginnen will, während der alte Fonds abgeschlossen wird. Das Unternehmen hatte den Fonds Ende April auch in einer US-Registrierung offengelegt, ohne Zielgröße zu nennen; indische Medien hatten von 300 bis 350 Millionen Dollar berichtet.

Zwei strukturelle Änderungen fallen auf. Erstmals richtet Lightspeed seinen indischen Fundraising-Zyklus an den globalen Fonds des Hauses aus und bindet ein Regionalgeschäft, das es vor fast zwei Jahrzehnten aufgebaut hat, enger an den Gesamtrhythmus. Und der neue Fonds ist vollständig auf KI ausgerichtet – eine deutlich schärfere thematische Wette als die breiter aufgestellten früheren Indien-Fonds, die unter anderem in Quick Commerce, Consumer-Internet, Software und Dienstleistungen investierten, etwa Zepto, Pocket FM, Snabbit und SolarSquare.

Auf globaler Ebene ist Lightspeed im KI-Geschäft etabliert: Das Haus ist an Anthropic, xAI und Databricks beteiligt. In Indien hat es Sarvam AI finanziert, einen der führenden Entwickler großer Sprachmodelle des Landes und ein vom indischen Staat ausgewähltes Unternehmen für den Aufbau souveräner KI-Modelle. Die These des Briefs: Obwohl Indien keinen Frontier-Modellentwickler von Weltrang hervorgebracht hat, biete das Land eine überproportionale Chance in der Anwendungsschicht – gestützt auf einen großen Pool an Softwareentwicklern und jahrzehntelange Erfahrung als Dienstleistungsstandort.

Bei über 65 Milliarden Dollar weltweit verwaltetem Vermögen – und einem Rekord von 9 Milliarden Dollar, die im vergangenen Dezember über mehrere Fonds eingesammelt wurden, darunter ein 980 Millionen Dollar schwerer Frühphasenfonds – ist das Indien-Vehikel auf der Bilanz eine Randnotiz. Laut dem Brief haben die Indien- und Südostasien-Fonds aber rund 900 Millionen Dollar investiert, weitere 1,6 Milliarden Dollar kamen aus globalen Fonds für regionale Portfoliounternehmen.

Der Schritt folgt dem Muster von Accel, das im August im Rahmen einer abgestimmten 3,5-Milliarden-Dollar-Aktion neben neuen US- und Europa-Fonds einen 550-Millionen-Dollar-Indienfonds auflegte. Dasselbe Team, das die vier bisherigen Indien-Fonds von Lightspeed verantwortet hat, wird auch den neuen verwalten; ein Sprecher des Unternehmens wollte sich nicht äußern.