Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, wirbt persönlich bei den Führungskräften der US-Wirtschaft für eine neu ausgerichtete branchenübergreifende Initiative, um die Risiken künstlicher Intelligenz zu verstehen — und einzudämmen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.
Dimon hat sich demnach direkt an die CEOs großer und regionaler Banken sowie von IT-Unternehmen gewandt, um sie für die Initiative zu gewinnen, die die Alliance for Critical Infrastructure (ACI) ausbaut — eine Gruppe, an deren Gründung JPMorgan neben Mastercard, Berkshire Hathaway Energy und anderen beteiligt war. Die im Juli begonnene Ansprache umfasst mehr als 40 Unternehmen aus Finanzdienstleistungen, Energie, Wasser, Versorgung, Telekommunikation, Fluggesellschaften, Eisenbahnen und anderen technologieabhängigen kritischen Infrastrukturbranchen. Gespräche mit Interessenten sind für August geplant; die erneuerte ACI soll laut den Quellen bis Jahresende voll funktionsfähig sein.
Ziel der Initiative ist ein gemeinsames Verständnis davon, wie KI eingesetzt wird, welche Risiken sie birgt und welche Schutzmaßnahmen nötig sind — in Abstimmung mit der Trump-Regierung. Jüngste Cyberangriffe auf Wassersysteme in Minnesota und anderen Bundesstaaten hätten die Dringlichkeit des branchenübergreifenden Informationsaustauschs erhöht, so die Quellen. Die ACI erklärte, der Schutz der Systeme, auf die sich die Amerikaner täglich verlassen, erfordere eine starke Zusammenarbeit zwischen Regierung und kritischen Infrastrukturunternehmen.
Dimon gehört zu den prominentesten US-Managern, die vor fortschrittlicher KI warnen. Im Juli argumentierte er, der Zugang zu leistungsfähigen Modellen müsse kontrolliert werden, und sagte über Anthropics Modell Mythos: „Man gibt Einzelpersonen ballistische Raketen.“ Die ACI-Initiative ist getrennt von einem Branchenprojekt der Banken zum Testen von Mythos und von der im Juli gestarteten Regierungsinitiative Gold Eagle, die KI-Entwickler, Betreiber kritischer Infrastruktur und Bundesbehörden zum Austausch über Schwachstellen zusammenbringt. Auf CNBC nach seiner Rolle gefragt, nannte sich Dimon selbst „ein Mitglied der Nebenbesetzung“ und fügte hinzu: „Diese Gruppe wird als Schnittstelle zur Regierung dienen und sowohl Ratschläge geben als auch annehmen.“




