Mehr als 80 Prozent der japanischen Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz nur eingeschränkt oder gar nicht – ein Befund einer Reuters-Umfrage, der die Bemühungen der Regierung um höhere Produktivität belasten könnte.
Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, KI werde nur in Teilen des Unternehmens oder in begrenztem Umfang eingesetzt. 18 Prozent haben noch nicht entschieden, ob sie KI einführen, 6 Prozent erwägen es nicht einmal. Nur 16 Prozent haben KI konzernweit als integrales Werkzeug eingeführt. Ein Manager eines Großhändlers schrieb: "Wir haben konzernweit damit begonnen, aber der Einsatz beschränkt sich auf Aufgaben wie die Dokumenterstellung." Ein Immobilienfirmen-Mitarbeiter gestand: "Wir wissen nicht, wie man sie einsetzt."
Ein Regierungsbericht dieses Jahres zeigt, dass Japan bei der KI-Adoption hinter anderen Industrienationen zurückliegt: 86,4 Prozent der einheimischen Unternehmen nutzen generative KI für mindestens eine Aufgabe, verglichen mit 98,1 Prozent in China, 91,6 Prozent in Deutschland und 90,9 Prozent in den USA.
Gefragt nach ihren KI-Budgets für die nächsten ein bis zwei Jahre, erwarten 4 Prozent ein jährliches Wachstum von 50 Prozent oder mehr, 21 Prozent einen Anstieg zwischen 10 und 50 Prozent und 30 Prozent ein einstelliges Plus. 14 Prozent rechnen mit weitgehend unveränderten Budgets, 31 Prozent haben noch nicht entschieden – und kein einziger Befragter will die KI-Ausgaben senken. Die Umfrage wurde von Nikkei Research für Reuters vom 29. Juli bis 6. August durchgeführt; von 510 kontaktierten Unternehmen antworteten 219.
Bei der Ressourcenverteilung bevorzugten 82 Prozent der Befragten Inlandsinvestitionen gegenüber Auslandsinvestitionen – eine Präferenz, die zur Wachstumsstrategie von Premierministerin Sanae Takaichi passt, die die "übermäßige Austerität" beenden und die Binneninvestitionen in Bereichen wie KI, Halbleiter und Quantentechnologie ankurbeln will. Ein Beamter eines Maschinenbauers sagte: "Unsere großen Produktionsstätten liegen bereits in Japan ... Angesichts der anhaltenden Yen-Schwäche sehen wir wenig Sinn in Auslandsinvestitionen." 41 Prozent der Befragten planen, die Inlandsinvestitionen im Geschäftsjahr bis März 2027 zu erhöhen; nur 9 Prozent erwarten einen Rückgang.
Quellen
- reuters.comReuters: Strong majority of Japanese firms have yet to fully embrace AI: Reuters poll
- finance.biggo.comBiggo Finance: Over 80% of Japanese Firms Have Not Fully Adopted AI, Yet None Plan to Cut Spending
- thedailyguardian.comThe Daily Guardian: Strong majority of Japanese firms have yet to fully embrace AI — Reuters poll



