Die Open-Source-Smart-Home-Plattform Home Assistant streicht das Wort „Cloud" aus ihrem Bezahldienst: Aus Home Assistant Cloud wird Home Assistant Link. „Wir benennen Home Assistant Cloud in Home Assistant Link um, weil wir Clouds hassen", sagte Gründer Paulus Schoutsen dem Verge. „Big Tech hat die Cloud ruiniert, also steigen wir aus."
Die Änderung ist weitgehend symbolisch. Die Funktionen — Fernzugriff auf die eigene Home-Assistant-Instanz außerhalb des Heimnetzes, verschlüsselte Backups, Text-to-Speech, Speech-to-Text sowie Anbindungen an Alexa- und Google-Sprachsteuerung — bleiben gleich, zum gleichen Preis von 6,50 Dollar pro Monat oder 65 Dollar pro Jahr. Betrieben wird der Dienst von Nabu Casa, Home Assistants kommerziellem Partner; 60 Prozent des Gewinns gehen an die gemeinnützige Open Home Foundation, die die Plattform trägt. Der Verkehr ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt: „Wir können ihn nicht sehen und wollen es nicht", sagte Schoutsen. „Sie müssen mir nicht vertrauen, dass ich Ihre Daten nicht missbrauche – ich habe sie schlicht nicht."
Die Umbenennung räumt auch einen Widerspruch auf. Home Assistant läuft auf Hardware im eigenen Haus und steuert Geräte lokal; zugleich kämpfte das Team jahrelang gegen cloudabhängige Produkte – und verkaufte einen Dienst mit „Cloud" im Namen. Schoutsen verweist auf Nest, das die Cloud für frühe Thermostate abschaltete, und auf Weber, das die Server des June Oven einstellte: „Jetzt haben Sie einen dummen Ofen, der 1.500 Dollar gekostet hat." Er fordert Hersteller auf, lokale Steuerung standardmäßig über offene Standards wie Matter, Zigbee, Z-Wave und MQTT zu ermöglichen, und schlägt ein „Nährwert-Label" auf Verpackungen vor, das Cloud-Abhängigkeit ausweist.
Schätzungsweise 2,7 Millionen Haushalte nutzen Home Assistant — ein Bruchteil der Reichweite von Alexa oder Google Home. Wachsen will die Plattform, indem sie die Hürden senkt: einfachere Dashboards, ein benutzerfreundlicherer Hub im nächsten Jahr und die Integration des HACS-Community-Stores im kommenden Monat. Schoutsen setzt zudem darauf, dass KI die Komplexität der Plattform auflöst. „Bald konfiguriert Ihr Agent die Software für Sie", sagte er – der Local-First-Ansatz mache Home Assistant zum natürlichen Ort für einen Agenten.




