Google Photos' virtueller Kleiderschrank, inspiriert von der rotierenden Garderobenszene in „Clueless“, ist nun für Android und iOS verfügbar, berichtet TechCrunch.

Die Idee ist schlicht: Die Fotobibliothek soll zu einem nutzbaren Verzeichnis des eigenen Besitzes werden, damit die Outfitplanung nicht länger den Weg zum echten Schrank erfordert. Nutzer fotografieren ihre Kleidung, der Dienst baut daraus einen digitalen Kleiderschrank, den man durchsuchen und kombinieren kann – ein Gedanke, der die Modetechnik seit Jahren begleitet und zu einem Unternehmen passt, das ohnehin Milliarden persönlicher Fotos speichert.

Für Google Photos ist das eine aufschlussreiche Produktentscheidung. Speicher-Apps suchen Gründe, täglich statt alle paar Monate geöffnet zu werden; die Antwort war bei den meisten, KI-Funktionen über das Archiv zu legen: Suche, Bearbeitung, Erinnerungen – und nun Outfitplanung. Jede davon macht aus einem passiven Backup etwas, das einem Assistenten näher kommt.

Kleiderschrank-Apps sind eine etablierte, wenn auch bescheidene Kategorie, bevölkert von spezialisierten Startups, die nie Zugriff auf eine Fotobibliothek dieser Größe hatten. Googles Vorteil sind Archiv und Reichweite; die Hürde ist die Wahrnehmung von Privatsphäre, denn ein digitaler Kleiderschrank ist per Definition ein detailliertes Inventar persönlicher Dinge – und in Europa fällt die Verarbeitung solcher Daten unter die Datenschutz-Grundverordnung.

Die eigentliche Frage ist, ob Menschen das wollen. Genutzte Foto-Funktionen sind meist jene, die ohne Aufwand funktionieren; ein virtueller Kleiderschrank braucht dauerhaftes Füttern, bevor er nützlich wird – genau daran haben die meisten Garderoben-Apps Nutzer verloren. Google setzt darauf, dass seine Reichweite das ändert.