Deutschlands Solarstromproduktion hat bereits Ende September den Wert des gesamten Vorjahres übertroffen. Nach Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, auf die sich der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) beruft, wurden bis zum 27. September 90,2 Terawattstunden Solarstrom erzeugt — mehr als die 90 Terawattstunden des gesamten Jahres 2025. Der Verband erklärte den 27. September kurzerhand zum "Solar Day".
Zum Rekord trugen laut BSW-Solar zwei Faktoren bei: ungewöhnlich viele Sonnenstunden und der anhaltende Ausbau der Photovoltaik. Neue Anlagen entstehen demnach auf Wohn- und Gewerbegebäuden sowie auf Freiflächen; zugleich gewinnen Batteriespeicher an Bedeutung, weil sie Solarstrom in die Abendstunden verschieben.
"Solarenergie ist längst keine Nischentechnologie mehr. Sie ist Bürgerenergie, Unternehmensenergie und eine tragende Säule unserer Stromversorgung", sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.
Der Verband nutzte die Zahl aber auch für eine Warnung: "Der Solarrekord ist ein Grund zur Freude, aber kein Grund zum Zurücklehnen", so Körnig. "Gerade jetzt dürfen wir die Investitionsbereitschaft von Bürgern und Unternehmen nicht ausbremsen." Kritik richtet sich auf die geplante EEG-Novelle 2027 und das sogenannte Netzpaket, mit dem die Bundesregierung den Ausbau stärker an Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit und tatsächlicher Netzkapazität ausrichten will. Vorgesehen ist unter anderem eine bessere regionale Steuerung des Zubaus — und ab 2027 sollen kleine, meist privat installierte Anlagen unter 25 Kilowatt keine dauerhafte Förderung mehr erhalten.
Der Rekord fällt in ein Jahr, in dem Solarstrom weltweit Rekorde bricht. In China hat die installierte Photovoltaikleistung mit 1,286 Terawatt inzwischen die Kohlekraftwerke (1,285 TW) überholt, und die Internationale Energieagentur meldete für 2026 weltweit mehr als 600 Gigawatt neu installierte Solarleistung. In Deutschland bleibt die Frage, ob der politische Rahmen mit dem Tempo der Anlagen Schritt hält.




