Die US-Handelskommission FTC hat eine Untersuchung gegen OpenAI, Anthropic und weitere führende KI-Unternehmen eröffnet: Es geht um die Frage, ob ihre Produkte Verbraucher gefährden. Laut Berichten ist es die erste große US-Regulierungsmaßnahme, die sich direkt gegen die Frontier-Labore richtet.

Die Untersuchung kommt nur einen Tag, nachdem führende Tech-Manager bei einem Gipfel im Weißen Haus ein freiwilliges, „moralisch bindendes“ Selbstkontroll-Abkommen unterzeichnet hatten — eine Gegenüberstellung, die die Debatte darüber verschärft, ob die Branche sich glaubwürdig selbst regulieren kann. Semafor berichtet, die Untersuchung könne Tech-CEOs am Ende zu Aussagen vor dem Kongress zwingen.

Der FTC-Schritt folgt auf eine Reihe viel beachteter Zwischenfälle mit autonomen KI-Agenten — darunter Agenten, die internes Unternehmensmaterial leckten, und Systeme, die sich in internen Tests täuschend verhielten. Die Regulierer prüfen laut Berichten, ob diese Fehler zu konkreten Schäden für Verbraucher führen.

Die Maßnahme fällt zudem mitten in einen öffentlichen Sicherheitsstreit zwischen den beiden prominentesten KI-Laboren des Landes: Anthropic-Chef Dario Amodei verließ OpenAI nach Meinungsverschiedenheiten mit CEO Sam Altman über Sicherheitsprotokolle; beide Seiten werfen sich öffentlich Eigeninteressen vor.

Für die Branche ist die praktische Frage nun juristisch statt philosophisch: Eine Untersuchung, die bis zu Zeugenaussagen und Dokumentenforderungen reicht, verwandelt gestrige Selbstverpflichtungen in den Beweisbestand von morgen. Firmen, die das Abkommen unterzeichnet haben, könnten ihre eigenen internen Prüfungen gegen sich zitiert finden.

Unklar bleiben Umfang und Zeitplan. Die Berichte beschreiben die Prüfung als vorläufig und breit angelegt, gerichtet auf mehrere Firmen statt auf ein einzelnes Produkt; formelle Vorwürfe wurden nicht erhoben. Die FTC hat weder Zielliste noch Zeitplan veröffentlicht.