Frankreichs Finanzministerium hat bestätigt, dass Angreifer in die Systeme der Steuerverwaltung DGFiP eingedrungen sind und Daten von Einzelpersonen und Unternehmen entwendet haben. Der Einbruch ereignete sich im Juni; Beobachter schätzen, dass Daten von bis zu 700.000 Steuerzahlern betroffen sein könnten, das Ministerium nannte am Freitag rund 678.000 Betroffene. Die Ermittlungen laufen.

Steuerbehörden gehören zu den sensibelsten Zielen überhaupt: Ihre Bestände vereinen Identitäts-, Finanz-, Beschäftigungs-, Immobilien- und Geschäftsdaten. Selbst ohne Passwörter oder Zahlungsdaten sind solche Akten wertvoll für Identitätsdiebstahl, gezieltes Phishing und Betrug – und sie lassen sich nicht wie ein kompromittiertes Passwort einfach ersetzen.

Die französischen Behörden kündigten an, betroffene Bürger individuell zu informieren. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf staatliche Datensysteme und zeigt, dass der Schutz solcher Bestände eine langfristige Identitätssicherheitsaufgabe ist – kein einmaliges Incident-Response-Problem.