Fünf Jahre lang prägte das Proton-Design das Gesicht von Firefox. Mit Firefox 157, seit dem 29. September auf Desktop und Mobilgeräten ausgerollt, hat Mozilla dem Browser neue Farben, weichere Tab-Formen und eine überarbeitete Seitenleiste verpasst — und bringt den Kompaktmodus zurück, den viele Nutzer seit dem letzten Redesign über about:config aktivieren mussten. In einem Interview erklärte das Mozilla-Team, welche Kritik aus der Testphase tatsächlich Folgen hatte und welche nicht.

Der Kompaktmodus ist offiziell wieder da. Ein früherer Entwurf des neuen Designs hatte einen Rand zum äußeren Fensterrand vorgesehen; Nutzerrückmeldungen zeigten, dass er das Klicken am Fensterrand erschwerte, deshalb wurde er entfernt. Die neuen Tab-Formen und Farbverläufe dagegen standen nach Diskussionen auf Reddit zur Disposition, wurden aber nach Tests mit einer breiteren Nutzergruppe beibehalten. „Es zählt jedes Pixel“, begründet Mozilla den Kompaktmodus für kleine Bildschirme oder zwei nebeneinanderliegende Fenster.

Der Gewinn fällt nüchtern aus: rund zehn Pixel mehr Platz für Webinhalte, abhängig davon, ob horizontale oder vertikale Tabs verwendet werden. Mozilla hat vor allem die Abstände zwischen den Elementen verringert, die Bedienelemente selbst aber nahezu so groß wie in der Standardansicht gelassen. Die Fensterdichte lässt sich unter „Einstellungen > Erscheinungsbild > Fensterdichte“ festlegen; auf „Automatisch“ wechselt Firefox in den Kompaktmodus, wenn die Tableiste mehr als fünf Prozent der Fensterhöhe oder die eingeklappte Seitenleiste mehr als fünf Prozent der Fensterbreite einnimmt.

Die neue Seitenleiste ist technisch mit den vertikalen Tabs gekoppelt. Wer die alte Seitenleiste zurückholt, verliert damit auch die vertikalen Tabs, weil diese nie mit der alten Version kompatibel waren. Die Rückfalloption soll bis Ende 2027 bestehen bleiben; wann und ob sie darüber hinaus weitergeführt wird, hängt laut Mozilla von Nutzung und Wartungsaufwand ab. Sobald die Option und der zugrunde liegende Code entfernt sind, ist ein Wechsel nicht mehr möglich.

Offen bleibt Barrierefreiheit. Mozilla testete Tastaturbedienung einschließlich Fokus in Seitenleiste, Panels und Tab-Liste, Screenreader wie NVDA unter Windows und Linux, den Kontrastmodus sowie das Layout bei starker Vergrößerung. Die meisten Probleme seien behoben, offen seien noch der Tastaturfokus und die Navigation in einigen Panels, Beschriftungen und Ansagen für Screenreader, der Kontrast mancher Bedienelemente und die Sichtbarkeit von Tabs bei sehr starker Anzeigeskalierung. Diese Fehler sind in Bugzilla erfasst.

Ob das neue Design ein Erfolg war, will Mozilla mittelfristig daran messen, ob Menschen Firefox weiterhin als ihren Alltagsbrowser wählen. Wie das neue Design aussieht, zeigt Mozilla selbst auf Mozilla Connect; eine Woche nach dem großen Update erschien Firefox 157.0.1 mit Korrekturen für Windows-Backup, macOS-Downloads und einer moderaten Sicherheitslücke.