Europa hat einen entscheidenden Schritt zu einem eigenen Satelliteninternet gemacht. Die Europäische Kommission hat am Freitag mit dem Konsortium SpaceRISE eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Konstellation IRIS² um 66 Satelliten im erdnahen Orbit erweitert. Damit umfasst die Hauptkonstellation 348 Satelliten, und das Programm geht laut Kommission 'von der Planung in die vollständige Ausrollung' über.

IRIS² – Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite – ist die Antwort der EU auf Elon Musks Starlink und andere private Internetkonstellationen. Das erweiterte Netz umfasst 330 Satelliten im niedrigen und 18 im mittleren Erdorbit und soll nach den Worten der Kommission 'souveräne, sichere und höchst zuverlässige Konnektivität' für europäische Regierungen, Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie Rettungsdienste bereitstellen – ein zentrales Argument, um kritische Kommunikationsinfrastruktur unter europäischer Kontrolle zu halten.

Die Konstellation soll 2029 den Betrieb aufnehmen; die ESA unterstützt die Umsetzung. Die Erweiterung kommt in einer Zeit wachsender europäischer Bedenken über die Abhängigkeit von US-amerikanischer Weltrauminfrastruktur und in einem Moment, in dem mehrere Regierungen der Region überdenken, wie essentielle digitale Dienste erbracht werden. Die zusätzlichen Satelliten stärken zudem die Position des Programms gegenüber einem immer dichter besetzten Feld kommerzieller Breitbandkonstellationen.