Der Countdown läuft

Nur etwas mehr als zwei Wochen vor der Frist am 1. August 2026 bereitet sich das KI-Gesetz der Europäischen Union — die weltweit erste umfassende Regulierung künstlicher Intelligenz — darauf vor, Unternehmen, die Hochrisiko-KI-Systeme einsetzen, die erste große Welle verbindlicher Verpflichtungen aufzuerlegen.

Was gilt als Hochrisiko?

Die Verordnung umfasst KI-Systeme, die in kritischer Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, Strafverfolgung, Grenzkontrolle und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen eingesetzt werden. Alle Werkzeuge, die in diesen Bereichen Entscheidungen treffen oder maßgeblich beeinflussen — von CV-Screening-Algorithmen bis zu biometrischen Identifikationssystemen — müssen nun strenge Konformitätsbewertungen durchlaufen.

Die Anforderungen

Unternehmen müssen nachweisen: - Risikomanagementsysteme: Kontinuierliche Überwachung und Minderung bekannter und vorhersehbarer Risiken - Datenverwaltung: Trainingsdaten müssen relevant, repräsentativ und unvoreingenommen sein - Transparenz: Nutzer müssen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System interagieren - Menschliche Aufsicht: Hochrisikosysteme müssen sinnvolle menschliche Interventionen ermöglichen - Genauigkeit und Robustheit: Systeme müssen angemessene Leistungs- und Cybersicherheitsniveaus erreichen

Was auf dem Spiel steht

Die Nichteinhaltung kann mit Geldstrafen von bis zu 7 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden — potenziell Milliarden von Dollar für die größten Akteure. Der Europäische KI-Ausschuss hat bereits vorläufige Untersuchungen gegen mehrere große Plattformen eingeleitet.