Endeavor Catalyst, der Venture-Arm der globalen Non-Profit-Organisation Endeavor, hat seinen fünften Fonds mit 320 Millionen Dollar geschlossen und verwaltet damit insgesamt mehr als 850 Millionen Dollar. Das Kapital fließt an Gründerinnen und Gründer außerhalb der klassischen Tech-Zentren – von Endeavor in seinen Marketingmaterialien schlicht 'elsewhere' genannt.

Der Fonds wird von Managing Partner Allen Taylor und Managing Director Jackie Carmel mit einem 16-köpfigen Team geführt; General Partner ist Endeavor selbst. 'Die Hälfte der Fondsgewinne geht an Endeavor zurück, jede Investition hilft also der nächsten Generation von Gründern, die anderswo aufbauen', sagt Mitgründerin Linda Rottenberg.

Der Zugang ist bewusst eng: Wer in das Endeavor-Netzwerk aufgenommen werden will, durchläuft ein Auswahlverfahren – im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation über 10.000 Kandidaten geprüft und 88 ausgewählt. Das Netzwerk umfasst heute mehr als 3.100 Unternehmer in über 50 Ländern. Wenn eines dieser Unternehmen mindestens 5 Millionen Dollar unter Führung eines anderen institutionellen Investors einsammelt, kann Endeavor Catalyst zu denselben Bedingungen einsteigen; die Tickets liegen üblicherweise bei 1 bis 3 Millionen Dollar und dürfen 10 Prozent der Runde nicht überschreiten.

Mit dem neuen Fonds sollen 40 bis 50 Investments pro Jahr und insgesamt bis zu 150 Unternehmen finanziert werden. Über alle fünf Fonds hinweg hat Endeavor Catalyst 437 Firmen in 44 Märkten unterstützt; 83 davon sind heute mindestens eine Milliarde Dollar wert, es gab 39 Exits und 11 Börsengänge. Zu den wertvollsten Beteiligungen gehören der KI-Stimmenanbieter ElevenLabs (zuletzt 22 Milliarden Dollar), das italienische Softwareunternehmen Bending Spoons (Börsengang im Juli, rund 26 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung), das von ehemaligen DeepMind-Forschern gegründete Reflection AI (25 Milliarden Dollar), Checkout.com, Flutterwave und Replit.

Rund 90 Prozent der Investitionen liegen außerhalb der USA. Zu den 400 Limited Partners des neuen Fonds gehören Reid Hoffman, Bill Ackman und die Prosus-Gruppe; etwa 30 Prozent der Geldgeber sind selbst Endeavor-Gründer. Der Fokus auf 'anderswo' fällt in eine Zeit, in der sich ein wachsender Teil des Wagniskapitals auf KI-Startups im Silicon Valley konzentriert.