Eine potenzielle neue Behandlung für eine der weltweit verbreitetsten Lebererkrankungen kommt von der University of Michigan — und ihr Wirkmechanismus ist überraschend: Statt direkt die Leber anzugreifen, wirkt das Medikament durch Reparatur des Darms.
Die Verbindung DT-109 ist ein glycinbasiertes Tripeptid, das die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH) in Tiermodellen rückgängig machte, indem es einen krankheitsfördernden Signalweg zwischen Darm und Leber unterbrach.
MASH ist eine schwere Form der Fettlebererkrankung, von der schätzungsweise 5% der Erwachsenen weltweit betroffen sind. Sie entsteht, wenn Fettansammlungen in der Leber Entzündungen und Zellschäden auslösen, was zu Vernarbung (Fibrose), Zirrhose und schließlich Leberversagen führt.
DT-109 stärkt die Darmbarriere, die normalerweise verhindert, dass Toxine und Bakterien aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Bei MASH wird diese Barriere geschädigt, sodass schädliche Moleküle die Leber erreichen und Entzündungen auslösen können. In Tierstudien stoppte DT-109 nicht nur das Fortschreiten der Krankheit, sondern machte bestehende Fettansammlungen und Vernarbungen rückgängig.
Die Forscher bereiten nun klinische Studien am Menschen vor. Bei Erfolg könnte DT-109 eine der ersten Behandlungen werden, die MASH durch Darmreparatur statt direkter Leberintervention angeht.




