Docker hat seine lokale Sandbox-Infrastruktur für Coding-Agenten um einen Cloudbetrieb erweitert und damit eine der praxisrelevantesten Einschränkungen des Agentic Development adressiert: Der Agent stoppt, wenn man den Laptop zuklappt.
Die neuen Cloud Sandboxes ermöglichen es Entwicklern, Coding-Agenten — Claude Code, Codex, Copilot und andere — auf Docker-betriebener Infrastruktur zu starten, mit demselben MicroVM-basierten Isolationsmodell wie lokale Sandboxes. Jeder Agent läuft in seiner eigenen MicroVM mit eigenem Kernel und eigenem Docker-Daemon.
Das Kernelement ist die bidirektionale Migration: Eine Sandbox kann lokal gestartet und bei Bedarf in die Cloud verschoben werden, später wieder zurückgeholt. Docker erfasst das Dateisystem und stellt die Umgebung am Zielort neu her — es handelt sich um eine Dateisystem-Migration, nicht um die Übernahme eines laufenden Prozesses.
Cloud Sandboxes lassen sich per CLI (`sbx --cloud run codex`) oder Webkonsole starten, mit vorkonfigurierten Kits für beliebte Agenten. Sicherheit wird durch Sandbox-eigene Zugangsdaten und Netzwerkrichtlinien gewährleistet; ein Proxy bindet Secrets bei Anfragen ein, ohne sie dem Agenten offenzulegen.
Die Abrechnung erfolgt sekundengenau. Das Standard-Paket (2 vCPUs, 4 GB RAM) kostet 0,14 US-Dollar pro Stunde, die Größen reichen von 0,07 bis 1,12 US-Dollar pro Stunde. Pausierte Sandboxes kosten nichts. Die Standardlaufzeit beträgt eine Stunde, erweiterbar bis zu 24 Stunden.
Docker positioniert sich damit als Runtime-Schicht für Agentic Coding — nicht der Agent selbst, sondern die Infrastruktur, die Agenten am Laufen hält, isoliert und mit den benötigten Werkzeugen verbindet. Lokale Sandboxes bleiben kostenlos und benötigen kein Docker Desktop.




