DeepSeek hat am 10. September V4.1 Flash veröffentlicht und positioniert das Open-Weight-Modell oberhalb alles bisherigen Angebots. Laut Unternehmen übertrifft es das aktuelle Flaggschiff V4 Pro in Leistung, Kosten, Geschwindigkeit und Gesamtzeit umfassend, weshalb V4 Pro geordnet abgeschaltet werden soll. Ab dem 14. September, 12:00 Uhr Pekinger Zeit, werden Anfragen an deepseek-v4-pro auf V4.1 Flash umgeleitet und zu Flash-Tarifen abgerechnet, bis ein V4.1 Pro erscheint. Auch die Altnamen deepseek-v4-flash und deepseek-v4-flash-vision-exp bedient nun V4.1 Flash.
Die Eckdaten sind ein Sprung: ein Kern mit 552 Milliarden Parametern, rund doppelt so groß wie V4 Flash, mit einer Million Token Kontext und bis zu 384K Ausgabe. Anders als V4 Pro und V4 Flash verarbeitet V4.1 Flash Bilder nativ. Die Gewichte erscheinen unter MIT-Lizenz, das Modell ist über die DeepSeek-API verfügbar.
Die technische Neuerung steckt in der Architektur. Ein neuer Causal-Encoder-Decoder-Aufbau teilt die Arbeit: Eine Encoder-Stufe liest den Eingabekontext, ein Decoder übernimmt die Generierung. DeepSeek nennt 8 Milliarden aktive Parameter pro Token für die Eingabeverarbeitung und 16 Milliarden für die Textgenerierung — bei V4 Flash waren es 13 Milliarden. Der Effizienzgewinn zeigt sich vor allem bei inputlastigen Aufgaben: agentische Coding- und Rechercheläufe, die Quellcode, Dateien, Webseiten und Tool-Ausgaben in das Kontextfenster schütten. Zudem verkleinerte DeepSeek den globalen KV-Cache um rund 75 Prozent gegenüber V4 Flash, laut Unternehmen etwa ein Viertel des HBM- und ein Achtel des persistenten SSD-Bedarfs.
Die Preise folgen dieser Logik: 0,30 Dollar pro Million nicht gecachter Eingabetokens und 1,20 Dollar pro Million Ausgabetokens zu Spitzenzeiten, außerhalb der Spitzenzeiten halbiert auf 0,15 und 0,60 Dollar. Artificial Analysis rechnet mit rund 0,27 Dollar pro Intelligence-Index-Aufgabe — etwa 60 Prozent weniger als V4 Pro und rund ein Siebtel von GLM 5.3 oder Kimi K3. Der Haken ist die Ausführlichkeit: V4.1 Flash erzeugt pro Aufgabe deutlich mehr Ausgabetokens als V4 Pro. Trotz höherer Tokenpreise erledigt V4 Flash dieselbe Aufgabe daher für etwa 0,22 Dollar. Bei mehrstufigen Agentenaufgaben und Long-Context-Reasoning legt das Modell zu, halluziniert aber häufiger, wenn Wissen fehlt.
Der Schritt komprimiert DeepSeeks Produktlinie auf eine einzige Service-Stufe und verlagert die Last zu den Entwicklern: Wer auf V4 Pro festgelegt ist, muss bis zum 14. September umstellen — und Kostenplaner sollten nicht nur Tokenpreise, sondern den gesamten Tokenverbrauch messen.
Quellen
- heise.deDeepSeek V4.1 Flash: Mehr Leistung als V4-Pro zu niedrigeren Preisen (heise online)
- api-docs.deepseek.comModels & Pricing (DeepSeek API Docs)
- scmp.comDeepSeek says new Flash AI model beats Kimi K3 on cyber, coding benchmarks (SCMP)
- ainvest.comDeepSeek's 'Cheaper' V4.1 Flash May Actually Cost Developers More (AInvest)




