Cambricon, Chinas Flaggschiff-Hersteller für KI-Chips, meldet im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg von 108 Prozent auf 6 Milliarden Yuan (rund 890 Millionen US-Dollar), die Gewinne stiegen um 122,6 Prozent – das bislang klarste kommerzielle Signal dafür, dass Pekings massive Strategie, beschränkte US-Chips durch heimisches Silizium zu ersetzen, funktioniert.

Das staatlich gestützte Unternehmen – oft als 'Chinas Antwort auf Nvidia' bezeichnet – profitiert von einer Welle der Inlandsnachfrage: Chinesische KI-Labore und Cloud-Anbieter, denen US-Exportkontrollen den Zugang zu fortgeschrittenen Nvidia-Prozessoren verwehren, setzen zunehmend auf lokale Beschleuniger. Analysten sehen in den Zahlen den Beleg, dass Chinas Chip-Lokalisierungsstrategie in echte Einnahmen mündet – nicht nur in politische Absichten.

Der Anstieg folgt auf ein Rekordjahr 2025: Cambricon gehörte im vergangenen Jahr zu den am besten gelaufenen Aktien am chinesischen Markt, und die Umsätze im ersten Quartal 2026 mehr als verdoppelten sich. Der zusammen mit dem Umsatz gemeldete Rekord-Halbjahresgewinn zeigt, wie schnell der heimische KI-Chipmarkt gewachsen ist, während Peking Staatsgelder in die Halbleiter-Selbstversorgung pumpt.

Die Gewinne kommen in einer Zeit, in der die USA ihre Exportkontrollen für KI-Hardware verschärfen und chinesische Konkurrenten – darunter Huaweis Ascend-Serie und neue Anbieter – um Marktanteile in einem Segment ringen, das laut Analysten noch jahrelang wachsen dürfte. Für Cambricon bleibt die Herausforderung, das Tempo zu halten: Kapazität, Software-Ökosystem und die Dauerhaftigkeit der Nachfrage sind offene Fragen.