Der Bundesrat hat gefordert, batterieelektrische Autos von der Umweltplakette zu befreien. Ein Fahrzeug mit E-Kennzeichen sei eindeutig als elektrisch erkennbar und brauche den Aufkleber an der Windschutzscheibe nicht mehr, argumentiert die Länderkammer nach Angaben des Tech-Portals Golem.

Unterstützer halten die geltende Regel für überflüssig: Ein Auto, das im Stadtverkehr keinen Kraftstoff verbrennen kann, gehört bereits zur saubersten Fahrzeugklasse, die in Umweltzonen zugelassen ist – trotzdem müssen Halter zusätzlich eine Plakette beantragen und sichtbar anbringen. Das E-Kennzeichen, das vollelektrische und bestimmte Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge erhalten, soll diese Nachweispflicht künftig allein erfüllen.

Die Position des Bundesrates ist eine Empfehlung an die Bundesregierung, keine unmittelbar bindende Regeländerung. Autofahrer sollten daher nicht davon ausgehen, dass die Plakettenpflicht von heute auf morgen verschwindet: Eine Anpassung der einschlägigen Verordnung wäre Sache des Bundes.

Dennoch werten Kritiker des aktuellen Systems die Entscheidung als Signal. Die Umweltplakette wurde für eine von Dieselfahrzeugen geprägte Flotte entworfen; dass die Länderkammer sie für E-Autos nun in Frage stellt, deutet auf ein Nachdenken über die Regeln der Umweltzonen hin.