Bose hat seine ersten neuen kabelgebundenen Ohrhörer seit 2015 vorgestellt. Die Noise Cancelling Wired Earbuds kosten 99,95 Euro, sind in Schwarz, Rauchweiß und einer limitierten Farbvariante „Tautropfen-Minze“ erhältlich, ab sofort vorbestellbar und werden ab dem 15. Oktober ausgeliefert.

Das Versprechen ist bewusst analog: kein Akku zum Laden, kein Bluetooth-Pairing, keine App nötig. Strom kommt über USB-C vom Quellgerät – Smartphone, Notebook oder Musikplayer –, einen 3,5-mm-Klinkenstecker gibt es also nicht. Das macht die Ohrhörer mit den meisten aktuellen Geräten kompatibel, schließt aber ältere Hardware aus.

Die Bedienung erfolgt über eine physische Kabelfernbedienung in einem 1,30 Meter langen Kabel: Lautstärke, Wiedergabe, Anrufe und der Wechsel zwischen den Noise-Cancelling-Modi. Ein Mikrofon sitzt auf der Rückseite der Fernbedienung – eine Position, die laut Bose störende Geräusche durch Kleidungskontakt minimiert.

Der Audiopfad nutzt Boses eigene digitale Signalverarbeitung über das Protokoll USB Audio Class 2, verarbeitet Eingangssignale mit jeder Abtastrate und Bittiefe und gibt Wiedergabe mit 24 Bit/48 kHz aus. Bose nennt die geringe Latenz der Kabelverbindung als Vorteil für Video, Gaming und Content-Erstellung, wo Synchronität zählt.

Die Geräuschunterdrückung übernehmen je zwei Mikrofone pro Ohrhörer. Es gibt drei Modi: Quiet zur Reduktion äußerer Ablenkungen, Aware, das Umgebungsgeräusche durchlässt, und einen ANC-Off-Modus für reines kabelgebundenes Hören. Die Ohrhörer sind nach IPX4 wasserbeständig und kommen mit einem Transportetui mit Reißverschluss.

Warum das wichtig ist: Der Kopfhörermarkt behandelt Kabel seit Jahren wie ein Altlast-Zugeständnis und verpackt ANC und Codec-Unterstützung hinter Bluetooth und Begleit-Apps. Bose wettet darauf, dass ein Teil der Käufer wireless Bequemlichkeit gegen null Laden, kein Pairing und geringere Latenz tauscht – eine Nische, die andere Hersteller, besonders im Enthusiasten- und Gaming-Audio, still zurückerobern.