Im Frühjahr verboten die USA alle künftigen im Ausland hergestellten Consumer-Router – faktisch alle künftigen Router –, es sei denn, Hersteller konnten die Regierung davon überzeugen, keine nationale Sicherheitsbedrohung zu sein, und einen „detaillierten, zeitgebundenen Plan zum Aufbau oder Ausbau der Fertigung in den Vereinigten Staaten“ vorlegen. Seit dem 9. September hat Asus eine Ausnahme – gerade rechtzeitig, um die ersten Wi-Fi-8-Router auf den US-Markt zu bringen.

Wie Asus sie bekam, sagt das Unternehmen nicht. Es hat öffentlich keinen Plan angekündigt, die Fertigung in die USA zu verlagern, und wollte gegenüber The Verge nicht bestätigen, ob es überhaupt einen solchen Plan eingereicht hat. Ein Sprecher lieferte zunächst eine sorgfältig formulierte Erklärung: „ASUS hat den erforderlichen Plan bei der FCC eingereicht und arbeitet mit vertrauenswürdigen Fertigungspartnern daran, unser künftiges Netzwerkproduktportfolio in den USA zu unterstützen.“ Als The Verge wiederholt nachfragte, ob das in den USA hergestellte Geräte bedeute statt nur für die USA bestimmte, schwieg das Unternehmen – mehr als 12 Tage ohne Antwort.

Der Vorgang zeigt, wie der Bann in der Praxis funktioniert. Laut The Verge stellt die FCC Unternehmen keine einzige Sicherheitsfrage, um eine Ausnahme zu erteilen; die Kriterien betreffen den Fertigungsort. Auch prüft die Behörde nicht einzelne Produkte auf Schwachstellen – Asus erhielt eine pauschale Ausnahme für alle künftigen Router bis März 2028. Sicherheitsforscher und Kritiker halten die Politik für Industriepolitik im Sicherheitsgewand.

Die zugrunde liegende Spannung ist strukturell: Heute werden wegen einer langen Liste ökonomischer Gründe nur sehr wenige Consumer-Produkte in den USA gefertigt, und die Router-Fertigung ist in Asien konzentriert. Fertigung in den USA als Preis für Marktzugang zu verlangen, drängt Unternehmen dazu, entweder im Land zu produzieren oder Ausnahmen ohne öffentliche Zusagen auszuhandeln. Asus' Schweigen lässt Kunden, Wettbewerber und Regulierer im Unklaren darüber, welchen Weg das Unternehmen gewählt hat – was womöglich genau der Punkt ist.