Anthropic hat sich 10 Milliarden Dollar an Rechenkapazität von Volta Infra Holdings gesichert — einem Cloud-Startup, das es vor sechs Monaten noch nicht gab. Es ist die jüngste Eskalation im Wettlauf um KI-Rechenleistung.

Der erstmals von Bloomberg gemeldete Sechs-Jahres-Vertrag sichert Kapazität aus einem Rechenzentrum in Tydal, Norwegen, wo der Bitcoin-Miner Bitdeer Technologies eine wasserkraftgespeiste Infrastruktur mit Nvidias neuesten Vera-Rubin-Chips betreibt. Volta beziffert die Kapazität auf 133 Megawatt; die Übergabe erfolgt in zwei Phasen bis März 2027. Das Unternehmen gibt an, kurzfristig 1 Gigawatt Strom für Rechenzentren gesichert zu haben. Die Bitdeer-Aktie sprang nach der Ankündigung um 14 %.

Volta wurde Anfang 2026 von ehemaligen Managern des Vermögensverwalters Brookfield gegründet. Parallel zum Anthropic-Deal sammelte das Unternehmen 300 Millionen Dollar an Wagniskapital ein — angeführt von Andreessen Horowitz und Altimeter Capital, mit Investitionen von Nvidia und Michael Dell — bei einer Bewertung von 2,4 Milliarden Dollar. Volta hat außerdem einen 5-Milliarden-Dollar-Finanzierungspool eingerichtet, um Kunden die Kosten für teure KI-Chips vorzustrecken.

Anthropic baut seine Rechenkapazität aggressiv aus — es hat bereits Vereinbarungen mit Google, Broadcom, Amazon, SpaceX und AMD. Der Schritt kommt in einer Zeit, in der KI-Labore um knappe GPU-Kapazitäten kämpfen.

Kritiker warnen, dass das verworrene Geflecht aus Abhängigkeiten zwischen Chipherstellern und KI-Entwicklern Verluste verstärken könnte, falls die KI-Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt. Volta selbst veranschaulicht das Muster: Nvidia ist sowohl Investor des Startups als auch Lieferant der eingesetzten Chips.