Dass Amazon anhand des Kaufverhaltens Rückschlüsse zieht, ist bekannt. Neu ist, wie viele Nutzer auf die Seite stoßen, auf der diese Schlüsse ausbuchstabiert werden – und wie persönlich sie sind.

Eine Nutzerin fand in den Einstellungen neben harmlosen Einträgen wie "kauft in Damenabteilungen" und "besitzt wahrscheinlich einen Shark-Roboterstaubsauger" die Zuschreibung, sie habe "flache Gesäßbacken". "Ich bin buchstäblich sprachlos", schrieb sie auf Threads. "Es stimmt ja, aber musstet ihr mich so bloßstellen?" Der Beitrag erreichte in weniger als einem Tag über eine Million Aufrufe.

Die Seite ist erreichbar über Konto und Einkaufspräferenzen; in der App über das Menü zu "Konto" und dann "Über Sie" beziehungsweise "Ihre Informationen verwalten". Dort stehen Interessen, Lebensumstände und wahrscheinliche Vorlieben. TechCrunch-Mitarbeiter fanden dort zutreffende Einträge wie "fotografiert", "spielt Sammelkartenspiele", "investiert in das Apple-Ökosystem" und "liest vielfältige Sachbücher".

Warum die Liste so unangenehm wirkt, obwohl sie aus Daten besteht, die wir freiwillig liefern: Sie verschiebt die Wahrnehmung von Beobachtung zu Bewertung. Ein Kaufverlauf fühlt sich nach Protokoll an; "hat flache Gesäßbacken" fühlt sich nach Urteil an.

Praktisch relevant ist der Umgang mit diesen Profilen. Die Seite lässt sich korrigieren – Schuhgröße, Interessen, Ernährungspräferenzen –, und die abgeleiteten Annahmen sind einsehbar. Wer will, kann also widersprechen statt rätseln. Eine Löschfunktion für die Rückschlüsse selbst dokumentiert Amazon dort allerdings nicht.