Klimawissenschaftler Zeke Hausfather hat acht Wochen seiner eigenen Claude-Code-Nutzung ausgewertet und zeigt: Agentische KI verbraucht pro Prompt rund 600-mal mehr Strom als eine typische Chat-Anfrage.
Seine Bilanz vom 31. Mai bis 25. Juli 2026: 1.138 getippte Prompts lösten über 14.000 Modellaufrufe und 3,2 Milliarden Tokens aus – etwa 170 Kilowattstunden Rechenzentrumsstrom (Spanne 70 bis 330). Das entspricht rund 150 Wattstunden pro Prompt, etwa 600-mal (250- bis 1.200-mal) so viel wie ein mittlerer Chat-Prompt. Rund 96 % der Tokens entfielen auf Cache-Lesevorgänge, bei denen der Agent bei jedem Schritt seinen eigenen Kontext erneut liest; der sichtbare Text machte nur etwa 0,4 % aus. Eine mittlere Sitzung verbrauchte rund 0,6 kWh – fünfzigmal so viel wie das Aufladen eines Handys –, sein durchschnittlicher Arbeitstag rund 3,0 kWh, mehr als zwei Kühlschränke.
Hausfather betont, dass die oft zitierten winzigen Pro-Prompt-Zahlen (etwa 0,24 Wh für Gemini, 0,34 Wh für ChatGPT) nicht falsch sind, aber zunehmend an der Realität vorbeigehen: Die am schnellsten wachsende KI-Nutzung ist agentisch. Auch das Watershed-Papier (Bistline et al. 2026) zeigt, dass der Stromverbrauch pro KI-Aufgabe über fünf Größenordnungen spannt – agentische Workflows liegen bei 50 bis 500 Wh. Da die Effizienz der Chips weiter steigt, aber die Nutzung schneller wächst (Jevons-Paradoxon), komme es vor allem auf den CO2-Fußabdruck des Stroms an – und ein großer Teil der geplanten US-Rechenzentren will sich mit Erdgas-Stromerzeugung selbst versorgen.




